Die Funktion SVERWEIS – praxisnah erklärt

veröffentlicht am 16.09.2015
überprüft / aktualisiert am 31.01.2022

Die Funktion =SVERWEIS() hat manchmal den Ruf, dass man sie erst mit mindestenes einem Bachelor in Informatik verstehen kann. Dabei hat sie eigentlich ein simples, fast altmodisches Prinzip als Grundlage, vergleichbar mit Karteikarten. Wie das gemeint ist und was das Prinzip hinter der Funktion =SVERWEIS() ist wird im nachfolgenden Blogbeitrag praxisnah erklärt:

Was hat Excel mit Karteikarten zu tun?

Nummern sind etwas alltägliches in unserem Leben geworden. Jedes Produkt hat eine Artikelnummer, wenn Sie medizinische Betreuung brauchen, dann ist Ihre Sozialversicherungsnummer gefragt und auch hinter Ihrem Handyvertrag steht eine Kundennummer.
Strichmännchen mit Fragenzeichen über dem KopfDer Vorteil dieses Systems ist, dass man mit einer eindeutigen Nummer (oder Zeichenketten allgemein) eine eindeutige Indentifikation durchführen kann. Und mit dieser Nummer kann man dann die gesuchten weiteren Details herausfinden: Einen Produktnamen, das Geburtsdatum einer Person oder die Tarifdetails zum Mobiltelefon. Die Idee dazu ist uralt und wurde früher mit Karteikarten umgesetzt. Oben stand der Name, meist alphabetisch geordnet, und auf der Karte standen dann die gewünschten Details. Die Funktion SVERWEIS  stöbert nun in virtuellen Karteikarten und meldet uns die gesuchten Informationen zurück.
Das klingt jetzt fürs erste mal sicher ein wenig abstrakt – deswegen wollen wir Ihnen ein Beispiel dazu zeigen.

Beispiel: Abfrage eines Lagerstandes

Im folgenden Beispiel wird eine Produktnummer eingegeben und der dazugehörige Produktname und der Lagerbestand werden ausgelesen und angezeigt.

Lagerstandsabfrage

Die Eingabe erfolgt in der Zelle B3 (rot umrahmt). In den darunterliegenden Zellen B4 und B5 (grün umrahmt) befindet sich je ein SVERWEIS. Beide suchen nun in der ersten Spalte der Tabelle darunter diese Produktnummer.
Der erste SVERWEIS meldet – sobald er die Nummer gefunden hat – den Produktnamen aus der zweiten Spalte der Tabelle zurück. In unserem Fall „Limonade“ in der Zelle B11.
Der zweite SVERWEIS meldet dann den Lagerstand aus der Spalte C zurück – in unserem Fall 32 Paletten in der Zelle C11. Für den großen Durst ist also vorgesorgt…

Und woher weiß der SVERWEIS, was er tun soll?

Im obigen Beispiel sehen Sie das Grundprinzip dieser Funktion. Und natürlich können Sie damit noch viel mehr in Excel anfangen. Immer dann, wenn Sie Informationen aus einer Tabelle mit einer anderen verknüpfen wollen lohnt es sich, die Funktion =SVERWEIS() in Betracht zu ziehen.

Aber wie sagt man dem SVERWEIS nun, was er im konkreten Fall tun soll?
Lassen Sie uns einen Blick auf die Syntax werfen – das ist Quasi die Grammatik jeder Excel-Formel.

Syntax SVERWEIS

Syntax SVERWEIS

Beim Eingeben einer Formel hilft Excel, indem automatisch der nächste Wert angezeigt wird, den die Funktion braucht.

Beim SVERWEIS sind das die folgenden Daten:

  • Suchkriterium: Jener Wert, der in den „Karteikarten“ gesucht werden soll – in unserem Beispiel die eingegebene Produktnummer.
  • Matrix: Hat nichts mit den Filmen zu tun sondern ist die Tabelle, in der die Daten stehen, die gesucht werden sollen. In unserem Fall die Zellen A9 bis C14.
  • Spaltenindex: Jene Spalte, aus der die rückzumeldeneden Daten ausgelesen werden sollen. Dabei zählt jedoch nicht der jeweilige Spaltenbuchstabe Es werden vielmehr die Spalten der Matrix von links nach rechts durchgezählt. Spalte eins enthält dabei immer das Suchkriterium, ab Spalte 2 können dann Daten rückgemeldet werden.
  • Bereich_Verweis: Eine etwas holprige Übersetzung – im Prinzip wird hier angegeben, ob man das exakte Suchkriterium sucht, oder einen Näherungswert, was bei Staffelungen bisweilen notwendig sein kann.

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Noch ein Praxistipp vom Profi:

Der Name SVERWEIS kommt nicht von ungefähr: Er bedeutet „Senkrechter Verweis“, da das Suchkriterium senkrecht von oben nach unten in der Matrix gesucht wird.
Warum wir das hier erwähnen?
Weil er auch einen „kleinen Bruder“ hat, den WVERWEIS.
Dieser sucht von links nach rechts in der Matrix. Da aber Listen meist von oben nach unten und nicht von links nach rechts geführt werden, kommt er seltener vor.

Bonusvideo: Excel Funktion WVERWEISTrotzdem sollte man Ihn mal gesehen haben – wir haben zur Erklärung für die Funktion =WVERWEIS() sogar ein kurzes Video erstellt – schauen Sie mal rein!


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